Der Makel

Meist sieht man den eigenen Makel nicht, denn er steht auf der Stirn...

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5.0 (3 Bewertungen)
  • von totti72 am 23.11.2014 um 03:34 Uhr

    Boah! Was war das denn? Hat mich richtig mitgenommen! Völlig unvorhersehbar, hab jetzt gar das Gefühl, aufpassen zu müssen, nicht zu spoilern.

     

    Die Grundidee erinnert natürlich etwas an Kafkas Verwandlung, mir kam auch der Elefantenmensch in den Sinn (David Lynch). Und wie der "Makel" am Kopf von der Krücke gehalten wird, das kenn ich so ähnlich von 'nem Dali-Gemälde (Zufall?).

     

    War jedenfalls richtig spannend, zwischendurch absurd lustig und ist als Ganzes konsequent abründig. Der Zeichenstil passt auch gut dazu, hat zwar ein paar Macken bzw "Makel" (etwa das Lettering - manchmal arg eng), aber dein Stil ist ziemlich einzigartig. Vor allem findest du die richtigen Bilder, um den Leser mitzunehmen. Die Figuren haben etwas vom frühen Crumb und alten US-Toons aus den 40er Jahren (zB die Augen), wie ich finde. 'Ne Geschichte, die hängenbleibt. Respekt! 5*

  • von MatzeLatza am 18.11.2014 um 11:04 Uhr

    Dank Dir für das coole Feedback - der Held hat eben alle Optionen ausprobiert und kommt immer wieder am Anfang an. Den Penner kennt er bereits, genau wie den Dönermann - Sein Leben dreht wiederholende Kreise, von denen die letzte Umrundung abgebildet ist. Aus diesem Kreis möchte er durch das Schreiben ausbrechen und glaubt sogar es geschafft zu haben, woraufhin er seinen Spaziergang macht. Dann wiederholt sich alles nach bekanntem Muster.

    - Danke fürs Gedankenmachen : )

  • von rachi am 17.11.2014 um 19:02 Uhr

    Ich find die Story echt gut. Lag neulich im Bett und musste noch mal darüber nachdenken. Eigentlich ist der Makel ja nur eine Äusserlichkeit und wenn es kein Risiko wäre, würde jeder Mensch es wohl entfernen lassen. Es ist nichts verwerfliches daran, sich den Ärger für so etwas zu ersparen, wenn es möglich ist.

    Wenn es aber nicht entfernt werden kann, muss er es als Teil seines Lebens akzeptieren. Da geht es nur noch darum, wie er mit der Situation umgeht und das beste daraus macht.

    Sein Problem war ja auch weniger sein Makel, sondern die soziale Ausgrenzung und der Misserfolg bei den Frauen. Es wäre also besser gewesen, wenn er den Menschen gezeigt hätte, dass er mehr ist als nur sein Makel, oder halt wenn er Leute findet, die in ihm mehr als nur den Makel sehen. Zumindest wenn sein Hauptwunsch die soziale Akzeptanz ist.

    Eine andere Möglichkeit ist natürlich, der Menschheit den Rücken zu kehren, wie er es am Anfang auch gemacht hat. Das klappt aber nur, wenn er so auch andere Ziele verfolgen und glücklich werden kann (Künstlerische, Gesellschaftliche, Religiöse z.B.). Wenn er insgeheim trotzdem sich nur Anerkennung wünscht, ist das keine Option.

     

    Aber im Übertragensinne kann man das auch immer auf sich selbst übertragen. Jeder hat ja seinen "Makel". Dann ist es ein Apell, das Gegebene zu akzeptieren. Nicht daran zu Grunde zu gehen und das beste aus seinem Leben zu machen.

  • von Q am 25.10.2014 um 17:35 Uhr

    mal wieder absolut geil!! 5*